Leichtsinn und Vorsatz – Antidopingcode gilt auch für Freizeitsportler
Wissenswertes aus dem Regelwer: Vermeiden Sie Dopingfallen und Arzneimittelmissbrauch
Weitaus weniger spektakulär als Doping-enthüllungen im Leistungssport tauchen gelegentlich auch Meldungen über entsprechende Vergehen bei Seniorenwettkämpfen auf. Ja, auch das gab und gibt es. Zwar sind diese Fälle bezogen auf die vielen Hunderttausend „sauberen“ Breitensportler Einzelfälle, aber sie sind Indiz dafür, dass das Thema auch außerhalb der Sporteliten zu beachten ist. Zweifellos ist auch für Otto-Normalläuferin und -läufer Aufklärung vonnöten.
Nicht selten sind besonders bei Freizeit- bzw. Seniorensportlern Unwissenheit oder Nachlässigkeit beim Umgang mit Medikamenten im Spiel. Keine Frage, dass, wer vorsätzlich verbotene Mittel bei seinen freizeisportlichen Aktivitäten einsetzt, unsere Verachtung verdient und entsprechend der Antidoping-Charta aus den Wettbewerben ausgeschlossen werden muss. Diese gilt für jeden Sportler. Die schwarzen Schafe unter den leistungsorientierten Freizeitsportlern sind jedoch Einzelfälle. So wie es auch unter Zehntausenden ehrlichen und sportlich fairen Teilnehmern bei den Stadtmarathons eben Schummler gibt, die abkürzen oder gar zwischendurch die U-Bahn benutzen. Sie disqualifizieren sich selbst.
Viel verbreiteter ist jedoch die unwissende Einnahme verbotener Substanzen, insbesondere von Anzneimitteln. Dazu und zu weiteren Dopingfallen bieten die nachfolgenden Seiten einiges an Aufklärung und Information. Die vielzitierte und bislang einmalig gebliebene Dopinguntersuchung beim Jungfrau-Marathon 1998 in Interlaken (siehe unter „Fakten, Fakten, Fakten S. 12“) zeigte, dass mehr als ein Drittel der Aktiven unwissentlich bzw. leichtfertig schmerzhemmende Mittel intus hatten.
Es geht nicht zuletzt um die Gesundheit des Einzelnen, um sein Leben. Denn, wer sich ohne ärztliche Kontrolle unter dem Einluss von Arzneimitteln sportlich betätigt, nimmt ein unkalkulierbares Risiko auf sich. Nicht selten werden die normalen und wichtigen Körpersignale wie Schmerz dadurch ausgeschaltet bzw. abgeschwächt. Läufe mit der (Anti-)Schmerztablette stehen auf dem Index jeder Vernuft und sollten tabu sein.
Untersuchungen zu diesem Thema haben ergeben, dass im Breitensport vor allem die Body-Building-Scene betroffen ist. Dort werden – durch umfangreiche Untersuchungen belegt – verbotene Substanzen im großen Maße konsumiert, zumal es im Internet offensichtlich sehr leicht ist, Derartiges zu erwerben.
Die Laufbewegung ist bislang nirgendwo belegbar besonders angeklagt worden. Daran ändern zuweilen erscheinende Schlagzeilen nichts, die dem Breitensport pauschal Doping unterstellen und denen bei näherem Hinsehen keine fundierte, geschweige denn repräsentative Untersuchung zu Grunde liegt.
Wie viel Läuferinnen und Läufer fahrlässig oder vorsätzlich Verbotenes zu sich nehmen, bewegt sich im Bereich der Spekulation. Um so mehr ist eigenes Bemühen um Aufklärung und Eigenverantwortung eines jeden Freizeitsportlers angesagt.
Weitere Themen im Beitrag:
- Kein Phänomen von heute
- Nebenwirkungen – der Tod trainiert mit
- Grauzone Breitensport
- Kein Pardon für Heuschnupfer
- Achtung Dopingfallen
- umfangreiche Faktensammlung
Den gesamten Artikel finden Sie komplett in LAUFZEIT 7+8/2008.
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Quelle: Journal LAUFZEIT 7+8/2008. Text und Foto: Wolfgang Weising/LZ
Weitere Informationen unter: www.laufzeit.de
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